Fauſt.

Erſter Theil.

Zuneigung

Ihr naht euch wieder, ſchwankende Geſtalten!
Die früh ſich einſt dem trüben Blick gezeigt.
Verſuch' ich wohl, euch dießmal feſt zu halten?
Fühl' ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! Nun gut, ſo mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunſt und Nebel um mich ſteigt;
Mein Buſen fühlt ſich jugendlich erſchüttert
Vom Zauberhauch, der euern Zug umwittert.

Ihr bringt mit euch die Bilder frohe Tage,
Und manche liebe Schatten ſteigen auf:
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage,
Kommt erſte Lieb' und Freundſchaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthiſch irren Lauf,
Und nennt die Guten, die, um ſchöne Stunden
Vom Glück getäuſcht, vor mir hinweggeschwunden.